Ein Ratgeber für Filmemacher über die Frame Rate

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In der Welt der Videobearbeitung fallen manchmal einige Fachbegriffe, die einschüchternd wirken können. Wir haben in unserem Blog bereits die Themen “Storyboards” und “CGI” behandelt. Die Frame Rate ist dabei einer dieser Begriffe. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Bildrate ist und warum sie so wichtig ist.

Was ist die Framerate?

Hast du dich jemals gefragt, was ein Video überhaupt ist? Ganz einfach: Ein Video ist eine Abfolge von Standbildern, die Frames genannt werden. Wenn diese Reihe an Frames mit einer bestimmten Geschwindigkeit hintereinander abgespielt werden, bekommen wir den Eindruck, dass sich das Bild sich bewegen würde.

Die Bildrate ist also die Geschwindigkeit, mit der diese Bilder abgespielt werden. Definiert ist die Frame Rate durch die Anzahl der Frames (Bilder), die in einer Sekunde angezeigt werden. Oftmals wird die Frame Rate auch als “FPS” (Frames Per Second) bezeichnet. Wenn du beispielsweise ein Video mit 24 FPS abspielst, bedeutet dies, dass du in jeder Sekunde des Videos 24 verschiedene Standbilder siehst.

Warum ist die Framerate wichtig?

Die Art und Weise, wie wir Videos erleben, hängt von den FPS ab. Deshalb ist es wichtig, sich Gedanken über die Frame Rate zu machen. Die Frame Rate beeinflusst, wie “echt” dein Video wirkt. Wenn du in deinem Film verschiedene Techniken, wie z.B. ein Zeitraffer anwenden möchtest, solltest du auch verstehen, was die Bildrate damit zu tun hat.

Große Blockbuster aus Hollywood haben oft eine fps von 24, denn diese Bildwiederholrate wirkt ähnlich, wie wir die echte Welt erleben. Live- oder Sportvideos haben normalerweise eine höhere Bildrate, da es dort viele Bewegungen gibt, die alle möglichst präzise dargestellt werden sollen.

Arten der Framerate

Es gibt 4 verschiedene standardisierte Frame Rates. Hier mal eine kurze Erläuterung:

  • 24 fps: Perfekt dafür geeignet, um den klassischen Kino-Look zu erzielen. Filme und Streaming Inhalte verwenden oft diese Art von Bildrate.
  • 30 fps: Findet Verwendung bei Live-Fernsehübertragungen wie Sport und Nachrichten. 30 fps eignen sich gut, um Bewegung klarer darzustellen, deshalb werden bei Sportveranstaltungen diese etwas höheren Framerates gewählt.
  • 60 fps: Dies ist eine detailliertere und lebendige Einstellung. Perfekt geeignet für Videospiele, da diese hohe Framerate selbst schnelle Bewegungen wesentlich fließender darstellt.
  • 120fps: Diese Bildrate findet Anwendung in Zeitlupen-Clips und Action-Videospielen.

Beispiele für Bildraten

Hier sind ein paar Videobeispiele von 24fps und 60fps:

Das ist Iron Man mit 24 fps vs. 60 fps. Die Detailtreue, das wir bei 60 fps sehen können, ist grandios. An einigen Stellen wirkt das Video schon manchmal zu flüssig!

Dies ist ein weiterer Vergleich zwischen 24 fps und 60 fps im Film “Transformers”, wo es viel Bewegung gibt!

Schau mal, wie flüssig “Mulan” (1998) bei 60 fps wirkt. Manch einer könnte behaupten, 60 fps wäre hier sogar zu viel des Guten. Hier kommt es wirklich auf die Bewegungen an. Einige Abschnitte wirken bei 24fps besser und andere profitieren wiederum von der höhere Frame Rate von 60fps.

So überprüfst du die Framerate

Wenn du bei deiner Kamera die Bildrate überprüfen oder ändern möchtest, solltest du danach im Hauptmenü im Aufnahmeoptionsmenü suchen. Solltest du die Frame Rate-Einstellung dort nicht finden können, gibt es womöglich ein Menüpunkt mit einem ähnlichen Begriff wie „Filmeinstellungen“.

Bei deinem Handy solltest du die Frame Rate im Kameraeinstellungsmenü finden.

So wählst du die passende Framerate

Um die perfekte Bildrate für dein Projekt auszuwählen, musst du dir zuerst über die Art deines Videos im Klaren sein. Es gibt ein paar Dinge zu beachten, bevor du deine Wahl triffst:

  • Realismus: Wie wir bereits erwähnt haben, wirkt sich die Bildrate darauf aus, wie real dein Video wirkt. In diesem Fall sollte bei der Auswahl einer Realitätsnahen Frame Rate die Bewegungsunschärfe berücksichtigt werden. Denn: Wenn ein Video zu viele Details selbst bei schnellen Bewegungen zeigt, wirkt es unnatürlich!
    • 24 fps: Die meisten Spielfilme und TV-Shows verwenden diese Frame Rate. 24fps sind der Standard für Film und Fernsehen. Dies ist auch gleichzeitig die geringste Frame Rate bei der die Bewegungen noch realistisch wirken.
    • 30 fps: Diese Bildrate ist ebenfalls üblich, obwohl Filmproduzenten 24 fps bevorzugen. Einige Videos, wie Sportvideos, profitieren aber von einigen zusätzlichen Bildern pro Sekunde.
    • +60 fps: Alles über 30 fps ist gut geeignet, um Zeitlupenvideos zu erstellen oder Videospielmaterial aufzunehmen.
  • Bewegung: Die Menge an Bewegungen sind entscheidend bei der Auswahl der perfekten Bildrate für dein Video. Der Grundsatz lautet: Je mehr Bewegung in deinem Video, desto höher solltest du deine Frame Rate wählen. Außerdem erleichtert dies die anschließende Videobearbeitung.
    • 24 fps: Wenn du viele schnelle Bewegungen in 24 fps aufnimmst, siehst du hinterher sehr viel Bewegungsunschärfe.
    • 30 fps: Mit nur wenigen Bildern pro Sekunde mehr siehst du auch mehr Details, aber die Bewegung sieht unnatürlich aus und leidet unter dem sogenannten “Seifenoperneffekt”.
    • +60 fps: Ideal für schnelle Bewegungen. Alles über 30 fps ist gut für schnelle und hektische Szenen geeignet.
  • Ausstrahlung: Das Wiedergabemedium ist ein wichtiger Faktor. Wo wird man dein Video oder Film später sehen können? Bei einem Streamingdienst im Internet, im Fernsehen oder auf Filmprojektoren?

Wir hoffen, dass dir dieser Leitfaden zur Bildrate weitergeholfen hat. Nun hast du einen Überblick über die verschiedenen Frame Rates und darüber, wie du die richtige für dein Projekt auswählst. Denke daran, dass Musik ebenfalls ein weiterer wichtiger Teil der Film- und Videoproduktion ist. Hier bei HookSounds haben wir uns darauf spezialisiert! Sieh dir unsere Lizenzen und Abonnements an und schaffe dir hier deine zuverlässige Quelle an bester GEMA freier Musik und Soundeffekte für all deine Projekte!